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Leben näher gestanden sind, Baensch zur grössten Dankbarkeit sich verpflichtet fühlen, und zwar um so mehr, als dies darf man mir aufs Wort glauben — ein Zweiter, der in ähnlicher Weise wie Baensch das hochverdienstliche Falkenstein'sche Werk gefördert hätte, sich nicht leicht gefunden haben würde. Mögen Alle, welche das Falkenstein'sche Werk lesen, und sich an dessen Lecture erfreuen und erbauen, stets dabei auch des Mannes mit Dank eingedenk bleiben, durch dessen pietätsvolle Uneigennützigkeit ihnen ein solcher Genuss erst möglich geworden ist.

Und bei Dem, was Baensch zur Förderung des Falkenstein'schen Werkes bereits gethan hat, ist derselbe noch nicht einmal stehen geblieben. In Betracht, dass der, obschon im Verhältnisse zu den bedeutenden Herstellungskosten durchaus mässige, Preis doch immerhin noch für so Manchen, ja für die Mehrzahl des Volkes, welches in dem Verstorbenen den edlen Fürsten und Menschen aufrichtig und innig verehrt hat, zu hoch sein dürfte, um sich das Buch zu eigen zu machen, zugleich aber auch in Erwägung, wie wünschenswerth es sein würde, die Kenntniss des Inhalts des Buches in alle Schichten des Volkes dringen zu lassen, um dadurch die Liebe zu dem Verstorbenen überall wach zu erhalten, hat Baensch eine Volksausgabe“) zu dem denkbar billigsten Preise vorbereitet, der selbst den Geringsten im Volke in den Stand setzen wird, sich den Genuss des Buches zu verschaffen. Durch diese Volksausgabe wird das Falkenstein'sche Werk, wie es dasselbe auch in Wahrheit verdient, zu einem eigentlichen Volksbuche werden, welches nicht blos der Mitwelt, sondern auch künftigen Geschlechtern, so Gott will, recht eindringlich erzählen soll von dem Fürsten, der als weiser und gerechter Regent ebenso wie als tugendhafter Mensch und Gott ergebener Christ, als sorgsamer Familienvater und treuer Freund, nicht minder als tüchtiger und dabei doch bescheidener Gelehrter stets zum leuchtenden Vorbilde dienen kann. Wird auch bei der Lecture des Volksbuches natürlich und, wie es sich gebührt, in allererster Reihe des Verfassers dankbar gedacht werden müssen, der es trefflich verstanden hat, das Bild dieses Fürsten in einer für Jedermann anschaulichen und zugleich anregenden Weise zu entwerfen, so wird man gleichwohl, nächst dem Verfasser, auch des Verlegers nicht vergessen dürfen, durch dessen, wie ich unverholen sagen darf, wahrhaft preiswürdige Liberalität das Falkenstein'sche Werk erst zum Volksbuche gemacht worden ist. Ohne alle und jede Rücksicht auf pekuniären Gewinn hat der Verleger die Hand dazu geboten, zu Ehren des Königs, in dessen Lande er zwar nicht geboren ist, aber eine lange Reihe von Jahren schon gelebt hat, und dem er mit treuer Liebe anhängt, das Volksbuch schaffen zu helfen wobei ich nicht verschweigen mag, dass, wie vom Verfasser das für die Volksausgabe bedungene Honorar zum Grundstocke eines Kapitals zum Zwecke der Errichtung eines ehernen Denkmales des Königs Jobann bestimmt worden ist, so auch der Verleger eine gleiche Summe zur Vermehrung dieses Grundstockes zuvorkommend gespendet hat.

Hiernach wäre der Zweck, den ich beim Niederschreiben vorstehender Zeilen im Auge gehabt habe das Verdienst von Baensch nämlich um das Falkenstein'sche Werk, welches sonst möglicher Weise unbekannt geblieben sein würde, zu schildern und nach Gebühr zu würdigen - eigentlich erreicht, und ich könnte schliessen, wenn ich es nicht für ganz passend fände, noch ein paar anderer Verlagsartikel dieses Mannes Erwähnung zu thun, die gewissermaassen mit den obenerwähnten insofern im Zusammenhange stehen, als Baensch zur Uebernahme des Verlages dieser wohl kaum sebr rentabeln Artikel mehr oder minder mit durch seine Pietät gegen den verstorbenen König Johann veranlasst und bestimmt worden ist. Der eine dieser Verlagsartikel betrifft das Dresdner Königl. Hoftheater), an dem der König bekannntlich durch bedeutende Opfer sein grosses Interesse gezeigt hat, und der andere die Mittheilungen des Königl. Sächsischen Alterthumsvereines), za dessen Stiftern der König nicht nur gehört, sondern dem er auch bis zu seinem Regierungsantritte als Präsident und nacher bis zu seinem Tode als Protektor vorgestanden ist. Endlich darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass Baensch zur Uebernahme des Verlages des seither vom Geheimrath v. Weber, im Tauchnitz'schen Verlage, herausgegebenen und vom verstorbenen König stets mit grosser Theilnahme verfolgten ,,Archives für Sächsische Geschichte“, dessen Existenz durch Tauchnitz' Rücktritt vom Verlage gefährdet erscheint, trotz der sehr geringen Aussicht auf pekuniären Gewinn sich doch nicht abgeneigt gezeigt hat.

1) Johann Rönig von Sachsen. Ein Charatterbild von Dr. Johann Paul von Falkenstein. Mit drei Portraits [radirt von H. Bürtner) und acht Beilagen [zusammengestellt von I. Peßholdt). 1878. Zweiter Abdrud. 1879. gr. 80. XII, 339 S. m. 3 Taf. Br. n. 8,50 Mt. Ra: binetsausgabe n. 10 Me.

Johann König von Sachsen. Ein Charakterbild von Dr. Johann Paul von Falkenstein. Mit drei Portraits (radirt von H. Burkner). Volts: ausgabe besorgt von 3. Peßholdt. 1879. 8°. VII, 210 S. m. 3 Taf. Br. n. 1,50 Mt. geb.

3) Geschichte des Hoftheaters zu Dresden. Von seinen Anfängen bis zum Jahre 1862. Von Robert Prölss. 1878. gr. 8°. XIII S., 1 Bl. 672 S. Pr. n. 12. Mk.

4) Mittheilungen des Königl. Sächs. Alterthumsvereins. Namens desselben herausgegeben von K. Ermisch und A. v. Eye. 28. Heft. 1878. 8°. XIV, 162 S. m. 6 Taf. Pr. 1. 3 Mk.

J. Petz holdt.

[2.] Die Bibliothek der Königin Amalia Augusta

von Sachsen. Der am 13. September 1877 verstorbenen Königin - Wittwe Maria von Sachsen*) ist kurze Zeit darauf, ám 8. November 1877, deren Schwester von den beiden Zwillings-Schwesterpaaren aus der Ehe des Königs Maximilian Joseph I. und der Königin Karoline von Bayern die letzte – die Königin-Mutter Amalia Augusta, Wittwe des Königs Johann von Sachsen, im Tode gefolgt. Gleich Maria und ihren anderen beiden Schwestern hatte Amalia Augusta langjährigen Unterricht von dem berühmten Professor und Hellenisten Friedrich Thiersch in München genossen, und es darf daher nicht Wunder nehmen, in ihr eine mehr als gewöhnlich gebildete Dame zu finden, welche sich, ähnlich ihrer Schwester Maria, nicht nur gern, sondern auch viel mit ernster Lectüre beschäftigt hat. Ein beredtes Zeugniss davon ist die von der Königin hinterlassene, mehre tausend Bände umfassende Bibliothek, die nicht etwa zum Staate, sondern, mit verhältnissmässig nur wenigen Ausnahmen denn Damen fürstlichen Standes können es um ihrer Stellung willen nie vermeiden, sich das eine und das andere für sie sonst ganz gleichgiltige Buch überreichen zu lassen ausschliesslich zum wirklichen Gebrauche gesammelt worden ist. Einen Theil davon hat die Königin aus dem Nachlasse ihrer Mutter, einer feingebildeten Dame, erhalten, den grössten Theil aber aus eigenen Mitteln angeschafft. Offenbar hat es auch in der Natur der Verhältnisse gelegen, dass der Königin Sinu und Neigung für ernste Lecture im trauten Umgange mit ihrem classisch gebildeten und gelehrten Gemahle, dem König Johann, mit dem sie 51 Jahre lang in glücklichster Ehe gelebt, noch weiter geweckt und genährt worden sind. Ist es der Königin unter Anleitung ihres Gemahles doch selbst gelungen, in die Tiefen der Dante'schen Göttlichen Komödie einzudringen. Mit Bezug darauf hat der König in das seiner Gemahlin gewidmete Exemplar der ersten zehn Gesänge von Dante's Hölle, welche er 1828 dem Druck übergeben, folgendes Gedicht**) eingeschrieben:

Zwar nicht sollt ich in des düstern Abgrunds
Grause Schlünde Dich, Geliebte, führen,

*) S. Anz. J. 1878. Nr. 386. Ueber die Königinnen Maria und Amalia Augusta ș. „Zwei fromme Königinnen. Von W. v. Pakisch. Enth. in: Der Hausfreund. Katholischer Kalender für 1879 hrsg. von J. Spillmann. Amberg, Habbel. 8o.: S. 73–80. Mit den Portraits dér beiden Königinnen in Holzschn. auf 2 Taf.“ Ueber die Königin Amalia Augusta s. auch „Briefe der Prinzessinnen Elisabeth und Amalie an den Herzog Karl von Braunschweig. I-III. Enth. in der Berliner National-Zeitung. XXX. Jahrg. 1877. Nrr. 540. 544. 548.“

**) Abgedr. aus „Johann König von Sachsen. Ein Charakterbild von J. P. v. Falkenstein. Dresden, Baensch. 1878. gr. 8o. S. 106.“

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Nicht mit hoffnungslosen Schmerzes Klagen
Unsanft Dein mitleidig Ohr berühren.

Doch nur durch das Schreckenthal des Todes
Führt der Weg zu Zions heil'gen Höhen,
Von den Sternen nur, die nächtlich schimmern,

Träufelt uns des lichten Jenseits Wehen.
Darum lass vereint in Lieb' uns wallen
Durch des Lebens dunkle Wechselscenen,
Bis sich uns das Paradies erschliesset,
Wo zur Wirklichkeit wird jedes Sehnen;

Wo sich in der Wahrheit Glanz der Glaube,
Sich das Hoffen löset in Erfüllen,
Und nur aus der Lieb' in vollen Strömen

Ewig uns des Himmels Wonnen quillen. Die von der Königin hinterlassene Bibliothek, zu welcher auch eine nicht unansehnliche Sammlung von Kunstwerken und Kunstblättern gehört, zerfällt in der Hauptsache in zwei grössere Gruppen, von denen die eine die historische die mehr zur ernsten u. belehrenden Lectüre u. die andere die schönwissenschaftliche - die vorzüglich zur bildenden Unterhaltung dienlichen Werke umfasst. In den Werken beider Hauptgruppen findet sich, neben der Deutschen, die Französische sowohl als Englische Litteratur in ziemlich gleichem Maasse vertreten. Unter den Verfassern historischer Werke begegnet man von Deutschen: Arneth, Gfrörer, Hurter, Luden, Ranke, von Englischen: Aikin, Gibbon, Macaulay, Prescott, Robertson, Walpole, von Französischen: Barante, Chateaubriand, Gacharà, Guizot, Sismondi u. A.

Als gemeinschaftliche Universalerben der verstorbenen Königin sind deren beiden Söhne, der König Albert und der Prinz Georg von Sachsen, auch gemeinschaftlich in den Besitz der hinterlassenen Bibliothek getreten, die, da sie nicht zur Versteigerung gebracht, oder sonst verkauft werden soll, mithin an die beiden Erben zur Vertheilung kommt, und zwar in der Weise, dass der Bibliothek des Königs Albert, die im historischen Fache noch so mancher Ergänzung bedarf, die historische Gruppe zugetheilt wird, während der gegenwärtig im Besitze des Prinzen Georg befindlichen Prinzl. Secundogenitur-Bibliothek, welche gerade im schönwissenschaftlichen Fache eine Bereicherung recht gut brauchen kann, die schönwissenschaftliche Gruppe zufällt.

J. P.

[3.] Gothaische Schriftsteller.

Von A. Schumann.

I. Philipp Heinrich Weloker. Die von unserem Dichter handelnden Quellen geben über sein Leben und seine Schriften nur dürftige Auskunft. Es sind zunächst

Chrn. Ferd. Schulze, Geschichte des Gymnasiums zu Gotha. Gotha, Just. Perthes. 1824. gr. 8°. S. 292 u. 310 und J. G. Meusel, Das gelehrte Teutschland. 21. Bd. (1827). S. 460. Ausführlicheres sollte man in unseren Litteraturgeschichten erwarten ; aber auch hier wird seiner nur mit wenigen Worten gedacht, wenngleich seine poetischen Kundgebungen lobende Anerkennung finden. Heinr. Kurz nennt ihn in seiner „Geschichte der deutschen Literatura dreimal [3. Bd. (1859) S. 298b u. 4. Bd. (1872) S. 25b u. 49a), und zwar erwähnt er an der ersten Stelle seiner „Thüringer Lieder“ (Gotha 1831), in welchen er „die Sagenwelt seiner Heimat mit Liebe und nicht ohne Glück dichterisch zu gestalten gesucht habe, an der dritten der Sammlung „Deutschlands Auferstehung (Gotha 1849), worin „er von Kaiser und Reich schwärmte“, und der „tönenden Bilder“ (Gotha 1834), einer „geistreichen Erklärung von Holzschnitten alter Meisters. Dabei läuft aber an den beiden letzten Stellen der Irrthum mit unter, dass unser Dichter mit dem Vornamen Karl Philipp erscheint. Frz. Brümmer, der überhaupt von seinen Quellen ohne viel Zusehen Gebrauch macht, hat in seinem „Deutschen Dichter-Lexikon“ (2. Bd. S. 487a), von Kurz verleitet, die zwei richtigen und den falschen Taufnamen zusammengeschweisst und so einen Karl Philipp Heinrich Welcker hergestellt. Von den Schriften giebt Brümmer nur fünf an. Vollständigeres hätten schon die Leipziger Bücher-Lexika geboten. Aber auch in ihnen fehlt manche Schrift, weil das meiste, was Welcker veröffentlichte, nicht in den Buchbandel kam. Das unten folgende Verzeichniss, in welchem die obne Namen erschienenen Schriften mit einem bezeichnet sind, habe ich zumeist bei einer Durchsicht von Welcker's Nachlasse zusammenstellen können. Ich bin dafür meinem Freunde Oskar Welcker in Gotha, einem Sohne des Dichters, zu besonderem Danke verpflichtet. Auch die lebensgeschichtlichen Angaben sind mir durch dessen Vermittelung zugekommen.

Philipp Heinrich Welcker wurde den 24. Juni 1794 in Georgenthal bei Gotha geboren. Sein Vater war der herzogl. Hofadvokat Joh. Christoph W., seine Mutter, Johanna Luise, eine Tochter des Oberforstkommissärs Hofmann. Bis zum Jabre 1810, wo sein Vater starb, besuchte W. die Schule des Ortes und genoss daneben noch Privatunterricht beim Pfarrer Winterstein und einem pensionirten Lieutenant Beauregard. Hierauf setzte er während dreier Jahre seine Vorbildung auf dem Gymnasium zu Gotha fort, wo damals Männer wie Döring, Kries, Regel, Schulze und Ukert lehrten, und bezog dann die Universität Jena, um dort nach dem Wunsche seiner Mutter, aber entgegen seiner eigenen Neigung, die Rechte zu studiren. Aber des trockenen Tones der Juristerei bald müde, beschäftigte er sich vornehmlich mit alter und neuer Litteratur und huldigte auch bereits den Musen in Deutscher und

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