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Dichter war,

Lateinischer Sprache. Nach seiner Rückkehr konnte er sich nicht entschliessen, ein juristisches Examen zu machen, und lebte daher, seine Lieblingsstudien eifrig fortsetzend, drei weitere Jahre bei seiner Mutter in Georgenthal. Von dort berief ihn°1820 der Kirchenrath und Direktor Friedr. Wilh. Döring, der seine gediegenen Kenntnisse wohl zu schätzen wusste, als Kollaborator (jüngsten Lehrer) an das Gothaische Gymnasium, wo Deutsch, Lateinisch und Naturgeschichte seine Unterrichtsfächer waren. In dieser Stellung blieb er 22/2 Jahr, worauf er 1843 am herzogl. Naturalienkabinet angestellt und später mit dem Titel eines Professors an die herzogl. Bibliothek versetzt wurde. An beiden Anstalten war er 27'/2 Jahr thätig. Nachdem er 1870 noch sein 50 jähriges Dienstjubiläum gefeiert hatte, starb er, 77 Jahre alt, den 8. Juni 1871 in Gotha.

Welcker war eine anspruchslose Natur und pflegte von seiner Begabung und seinem Wissen nicht viel Aufhebens zu machen. Und doch besass er die gründlichsten Kenntnisse in den alten und mehren neueren Sprachen: namentlich waren ihm die Lateinische, Englische und Italienische geläufig. Dass er ein sehr begabter

des Deutschen wie des Lateinischen Ausdruckes in gleichem Grade mächtig, das bezeugen neben seinen umfangreicheren poetischen Arbeiten gerade seine Gelegenheitsgedichte*). Der Forderung Platen's: „Jegliche Silbe verrathe den Dichter, wofern er es ganz ist !" hat Welcker genuggetban. Bei öffentlichen und häuslichen Festen gestalteten sich seine Empfindungen und Wünsche unwillkürlich zum Liede. Seinen fürstlichen Herren und deren Angehörigen, Freunden und Verwandten widmete er bei besonderen freudigen und traurigen Anlässen seine Verse, entweder im eigenen Namen, oder weil Andere ihn, den Redegewandten, darum ersuchten.

Im Ferneren gehörte seine Neigung auch der Naturgeschichte, besonders der Ornithologie. Die liederfreudige, buntgefiederte Vogelwelt musste sein dichterisches Gemüth vor allem anziehen. In der That war er ein begeisterter Freund derselben und der Vogelherd sein liebster Aufenthalt. Ein sprechendes Zeugniss davon sind seine „Vogelherd-Klänge aus dem Thüringer Wald" (s. unten Nr. 55). Wenn aber schon seine Heimath diese Vorliebe in ihm weckte, So wurde letztere noch besonders genährt durch die Anregungen des Naturforschers Joh. Matthäus Bechstein, der, ein geborener Thüringer, vor seiner Berufung nach Dreissigacker in Schnepfenthal und Waltershausen lebte. „Unvergesslich“ waren Welcker ,die schönen Stunden, die er in seiner Jugend dem herrlichen und so freundlichen Manne verdankte“. Dafür hat er ihm denn auch in

*) Eine Anzahl derselben ist in dem unten folgenden Verzeichnisse weggelassen worden, weil sie sich auf Personen beziehen, deren Name nicht über das Weichbild ihres Heimathortes hinausgedrungen ist.

zwei Sonetten (Vogelherd-Klänge S. 51 u. 52) ein schönes poetisches Denkmal gesetzt. Auch sei hier noch erwähnt, dass, als Alfred Brehm am Ende der 50er Jahre sein „Leben der Vögel“*) ausarbeitete, in welchem den einzelnen Abschnitten und Kapiteln bezügliche dichterische Mottos vorangestellt sind, er Welcker bat, Fehlendes zu ergänzen und Zweckentsprechendes hinzuzudichten. Letzterer ist diesem Wunsche nachgekommen und hat das genannte Werk mit einer beträchtlichen Zahl solcher Mottos ausgestattet.

Schriften: 1. * Beim Regierungs-Antritt des Durchlauchtigsten Herrn Herzogs Bernhard des Zweiten zu Sachsen-Meiningen gesungen auf der Herzogl. Forstacademie zu Dreissigacker den 17ten December 1821. Gotha, gedruckt mit Reyherschen Schriften. 8o. 4 ungez. S.

Solos und Chöre. Mit Lateinischen Lettern gedruckt.

2. Nachruf an unseren würdigen verehrten Freund und Lehrer Bechstein. Den 25. Februar 1822. (0. 0. u. Dr.) 4°. 1 Bl. 2 ungez. S.

Elegie beim Tode Joh. Matthäus Bechstein's, geb. 11. Juli 1757 zu Waltershausen bei Gotha, † zu Dreissigacker als Meiningischer Geh. Kammer- und Forstrath,

3. Gotha. Chant de deuil. Par S. E. de Bridel-Brideri avec un texte allemand par Ph. H. Welcker. (Gotha 1825.) pet. in 4o.

„Klaggesang“ („Zwei Stimmen und ein Dichter“) auf den letzten Herzog von Sachsen-Gotha und Altenburg, Friedrich IV., † 11. Febr. 1825. Von S. 2 an links der Französische Text in Alexandrinern, rechts die Deutsche Uebersetzung in gereimten fünffüssigen Jamben.

4. Zum elften Februar 1825. Gotha gedruckt mit EngelhardReyher'schen Schriften. 8°. 1 Bl. 2 ungez. S.

Gedicht in Octaven auf den Tod desselben Fürsten. Auf dem Titelblatte verdruckt: „Ph. F. Welcker“.

5. Dem verehrten Lehrer, Herrn Professor Christ. Ferd. Schulze, am Tage seiner fünf und zwanzigjährigen Amtsjubelfeier, gesungen von seinen dankbaren Schülern, den 25sten März 1825. Gotha, mit Engelhard-Reyherschen Schriften. 4° 1 Bl. 2 ungez. S.

. Solos und Chöre nach der Melodie; „Hoch vom Olymp" etc. Chrn. Ferd. Schulze, † 2. Dez. 1850, bekannt als Historiker, wirkte seit 1800 als Lehrer am Gymnasium Illustre zu Gotha, wohin er vom Pädagogium in Halle berufen worden war.

6. * Der neue Fürst. An das Volk. Gotha, im EngelhardReyher'schen Verlage. (1826.) kl. 4o. 1 Bl. 6 ungez. S.

18 Octaven, die sich auf Herzog Ernst III. (I.) von Sachsen-CoburgGotha beziehen. Nach dem Erlöschen des Gothaischen Stammhauses war ihm durch den Theilungsvertrag vom 12. Nov. 1826 das Herzogthum Gotha zugefallen. Am 25. Nov. hielt er seinen Einzug in die Hauptstadt.

19 pagg.

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*) Es erschien in 11 Lieferungen bei Flemming in Glogau (1860-1861) in Lex. 8°.

7. * Gesang der Gymnasiasten beim Fackelzuge, bei der höchsterfreulichen Ankunft des durchlauchtigsten Herzogs und Herrn, Herrn Ernst von Sachsen-Coburg und Gotha. (Gotha.) 1826. 8°. 4

ungez. S.

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8. * Die herrlichen und ewig denkwürdigen November-Tage für die Bewohner des gothaischen Landes durch den feierlichen Einzug des Durchlauchtigsten Herzogs, Herrn Ernst von SachsenCoburg und Gotha. Gotha, Hennings'sche Buchhandlung. 1826. gr. 80. XX u. 99 S. nebst Anhang von 79 S. Mit 4 lithogr. Abbildungen.

Festbeschreibung.

9. Dem Herrn Professor, Ernst Friedrich Wüstemann, bei Seiner Vermählungsfeier mit Fräulein Nanny Sahlbach, den 24sten September 1827. Gotha, gedruckt mit Engelhard - Reyher'schen Schriften. 4°. 1 Bl. 2 ungez. S.

Gedicht. Ernst Friedr. W., geb. 31. März 1799 zu Gotha, † daselbst 1. Juni 1856, Professor am Gymnasium Illustre (seit 1853 mit dem Titel eines Hofraths), bekannt als hervorragender Latinist.

10. * Dem Durchlauchtigsten Erbprinzen Ernst von SachsenCoburg und Gotha bei Seiner Geburtsfeier den 21sten Junius 1827 gesungen von den Gymnasiasten. Gotha, gedruckt mit Engelhard

, Reyher'schen Schriften. kl. 4o. 1 Bl. 2 ungez. S.

Gedicht nach der Melodie; „Bekränzt mit Laub“ etc. Der damalige Erbprinz ist der jetzige Herzog Ernst II., geb. 1818.

11. Dem Herrn Geheimen Hofrath Friedrich Waitz in Gotha.« (Gotha 1830.) 8°. 4 ungez. S.

S. 1: Widmungsgedicht. S. 2–4: Der Schlüssel zur Johanniskirche. Letzteres Gedicht auch abgedruckt in: Die Biene. Thüringisches Wochen- und Unterhaltungs-Blatt. Gotha, F. C. Abel. 4o. Nr. 39 vom 25. May 1830. S. 153–154a. Wiederholt in den „Thüringer Liedern“ (s. Nr. 13).

12. Der Sieg der Wahrheit. Ein Gedicht, gesprochen bei dem Jubelfeste der Uebergabe der Augsburgischen Confession im Gymnasium zu Gotha, den 26. Juni 1830. Gotha, Hennings'sche Buchhandlung. 8o. 16 S. 2. Aufl. Gotha. In Commission bei E. F. Thienemann. 1855. gr. 8o. 15 S.

13. Thüringer Lieder. Gotha, bei J. G. Müller. 1831. 8°. 1 Bl. 368 S. Mit lithogr. Titelvignette: Die 3 Gleichen.

Im Ganzen 91 Nrr.

14. Viro illustri Frid. Guil. Doeringio Ser. Duc. Sax. Cob. et Goth. a Cons. Eccles. et Schol. Ill. Gymnasii Goth. Directori solemnia muneris semisaecularia d. XVIII. Dec. MDCCCXXXII celebranti gratulantur collegae interprete Phil. Henr. Welckero. Gothae, typis Engelhardo-Reyherianis. 4° maj. 1 Bl. 6 ungez. S.

Alcäische Ode: 23 Strophen. Friedr. Wilh. Doering, † 27. Nov. 1837, der bekannte Herausgeber des Horaz und seit 1796 an der Spitze des gothaischen Gymnasiums, war 1782 Rector des Lyceums in Guben geworden.

15. * Dem Durchlauchtigsten Fürstenpaare Ernst und Maria bei Ihrem festlichen Einzuge am 31. December 1832 von den Frauen und Jungfrauen der Stadt Gotha. (Gotha.) 1 Bl. 2 un

)

gez. S.

Gedicht, mit Lateinischen Lettern gedruckt.

16. * Den Hohen Neuvermählten bei Ihrem festlichen Einzuge in die Herzogliche Residenzstadt am 31. December 1832 die Kaufmannschaft zu Gotha. (Goth a.) Fol. 1 Bl. 2 ungez. S.

3 Sonette. Lateinische Lettern.

17. * Der Durchlauchtigsten Herzogin und Frau Maria, Hoheit, Herzogin von Sachsen-Coburg und Gotha, zur Feyer des Höchsten Einzugs in Gotha, in tiefster Ehrfurcht überreicht von dem thüringer Gartenbau-Vereine

zu Gotha.

Gotha, den 31. December 1832. gr. 4o. 1 Bl. 2 ungez. S.

2 Sonette.

18. * Ihrer Hoheit der Herzogin Maria, beim Eintritt in den Schiesshaussaal am Tage des Festballs den 7. Januar 1833 die Altschützengesellschaft in Gotha. (Gotha.) 4°. 1 Bl. 1 S. (= 2 Bll.)

Sonett. Marie, eine Tochter des Herzogs Alexander von Württemberg, war die zweite Gemahlin Ernst's I. von Sachsen-Coburg-Gotha und zugleich dessen Nichte.

19. Die Tönenden Bilder. Eine Reihe von Drei und vierzig Holzschnitten. Gotha 1835. Verlag von J. G. Müller. gr. 8°. VIII u. 270 S.

Der Verfasser sah in einer Druckerei eine Menge halbvergessener Holzschnittformen, und das Alterthümliche, Schlichte und doch Herzliche derselben sprach ihn so sehr an, dass er sich 43 davon auswählte und sich durch sie zu eben so vielen Gedichten anregen liess. Die Holzschnitte sind nicht in den Text gedruckt, sondern aufgeklebt. Das letzte Gedicht (S. 164–178) handelt von Kaspar Hauser; ein „Anhang' S. 179 (181)-270 giebt die Lebensgeschichte desselben nach Feuerbach, Daumer u. A.

20. Hauser. Ein lyrisches Gedicht. Mit einem Anhang der wichtigsten bis jetzt bekannt gewordenen Nachrichten über den unglücklichen Findling. Gotha, 1835. Verlag von J. G. Müller. 8o. 1 Bl. 102 S.

Besonderer Abdruck von S. 164–270 der vorigen Nr.

21. Gedichte (18) im Morgenblatt für gebildete Leser. 33. Jahrg. 1839. Stuttg. u. Tübing., J. G. Cotta'sche Buchhandlung. 4o. No. 7. S. 28a, Nr. 11. S. 43–44a, No. 14. S. 55b: Distichen. (I m Ganzen 8 Gedichte.) No. 24. S. 93ab: Die Heimathglocken. No. 32. S. 127b, No. 51. S. 204a: Distichen. (5 Gedichte.) No. 122. S. 487b: Das tägliche Brod.

No. 168. S. 669ab: Erhebung. An die Unzufriedenen im Vaterland. No. 228 S. 909ab: Die Mutter Natur im Herbste.

No. 309. S. 1233a, 1234a: Der Weihnachtsabend.

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22. Seinem verehrten Collegen und vormaligen Lehrer, dem Herrn Professor Kries, bei der Feier der fünfzigjährigen Amtsführung den 2. Novbr. 1839. (Goth a.) 8o. 1 Bl. 5 ungez. $. Auf S. 1 und 5 zwei Holzschnittvignetten.

Gedicht.

23. Viro illvstri Friderico Kriesio Ill. Gymnasii Gothani Professori solemnia myneris semisaecvlaria a. d. II. Nov. MDCCCXXXIX. celebranti gratulatur Phil. Henr. Welcker. Gothae typis Engelhardo-Reyherianis. hoch 4o. 1 Bl. 2 ungez. S.

Ode: 12 vierzeilige Strophen. - Friedr. Chrn. Kries, geb. zu Thorn 18. Oct. 1768, † als Professsr zu Gotha 29. Mai 1849, bekannter Verfasser mathematischer und physikalischer Lehrbücher und Mitherausgeber von Lichtenberg's vermischten Schriften.

24. Worte zu Prume's Violinentönen. Gotha, Guido Wenige. 1839. 160. 24 S.

Gedicht.

25. Celsissimo Principi Alberto Dvci Saxoniae cym Victoria avgvstissima Magnae Britanniae Regina nuptiarvm sollemnia celebranti D. D. D. Philippus Henricus Welcker. Gothae litteris Engelhardo-Reyherianis (1840. gr. Fol. 1 Bl. 6 ungez. S.

Alcäische Ode: 27 Strophen. Die Vermählung des Prinzen Albert mit Königin Victoria erfolgte am 10 Febr. 1840.

26. Festgedicht bei der vierten Säcularfeier der Buchdruckerkunst und beim Jubiläum des zweihundertjährigen Bestehens der Engelhard - Reyherschen Buchdruckerei in Gotha im grossen Saal derselben gesprochen von Ph. H. Welcker den 24. Juni 1840, Gotha, gedruckt mit Engelhard-Reyherschen Schriften. gr. 8o. 23 S.

27. Madagit, die Sorbin. In: Morgenblatt für gebildete Leser, 34. Jahrg. 1840. Nr. 43. S. 1694–170a. (Gedicht.)

28. Tafelspruch. Reinhardsbrunn, den 29. September 1840. (Gotha.) gr. 8°. 1 S.

Den deutschen Philologen und Schulmännern gewidmet, die vom 29. Sept. bis 2. Okt. 1840 in Gotha tagten und bei dieser Gelegenbeit von Herzog Ernst I. zu einem Déjeuner dinatoire nach dem Lustschlosse Reinhardsbrunn eingeladen wurden. Hier nun, damit auch die Gaben der Muse dem schönen Feste nicht fehlten, liess sich der gemüthvolle, durch seine Thüringer Lieder rühmlich bekannte Welcker mit einem sinnigen Gedichte vernehmen, das den Gegensatz der alten Mönchs- und der heitern Fürstenwelt, die sich sonst und jetzt an dieser Stätte bewegt hatte und bewegt, in vollklingenden Rhythmen versinnlicht.“ Pädagogische Revue. Hrsg. von Dr. Mager. 2. Bd. Stuttg., Cast. 1841. gr. 80. S. 545. Die folgende Nr. bezieht sich auf denselben Anlass,

29. Convivis doctissimis. Gothae die I. Octobr. MDCCCXL. 8o. 1 s.

11 humoristische Distichen.
30. Selecta Schilleri carmina (.) Latine reddidit Ph. H. Welcker.

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